Kategorie-Archiv: Archiv 2015

Gruss unseres Bürgermeisters Dr. Michael Schanderl

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„Wie Sie den aktuellen Nachrichten entnehmen, suchen immer mehr Menschen Zuflucht in unserem Land. Aufgrund der dramatisch steigenden Zahl von Asylbewerbern muss die Verteilung organisiert und koordiniert werden.

Ich freue mich über die Initiative vieler Bürgerinnen und Bürger im Emmering, den Asylbewerbern zu helfen. Ohne die persönliche Mithilfe ist eine Integration in unser tägliches Leben nicht möglich.

Jeder kann helfen – nutzen Sie diese Webseite und die darin genannten Kontakte um die Arbeit zu unterstützen.“

Dr. Michael Schanderl

Eine aktuelle Geschichte

Voller Hoffnung war die sechsköpfige Familie nach Emmering gekommen. Obwohl sie wussten, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie bleiben dürfen, gegen Null strebt.

Die Heimat von Flamur (Name geändert), seiner Frau und den vier Kindern ist der Kosovo. Und der gilt nach deutschem Asylrecht als „sicheres Herkunftsland“. Der Familienvater hat trotzdem gehofft. Er hat trotzdem den schwierigen Weg nach Deutschland auf sich genommen, um seinen Kindern eine bessere Zukunft zu bieten, als er es in ihrer Heimat könnte. Denn dort, im Kosovo, herrscht auch 15 Jahre nach dem Krieg Perspektivlosigkeit: Die Arbeitslosenquote beträgt 45 Prozent, bei Jugendlichen sogar 70 Prozent. Industrie fehlt, das Land ist nach wie vor von Hilfsgeldern abhängig. Und Flamur will arbeiten. Auch hier in Emmering hätte er gerne gearbeitet, egal was. Hauptsache die Familie ernähren. Aber das lässt das Asylrecht nicht zu.

Nun, nach drei Monaten Hoffen und Bangen, als die Kinder gerade anfangen Fuß zu fassen in Emmering, langsam die Sprache lernen, sich anfangen Zuhause zu fühlen, müssen sie wieder zurück. Vielleicht wäre es besser gewesen, sie direkt wieder auf die Heimreise zu schicken, bevor sie das Leben hier richtig kennengelernt haben, anstatt sie in den üblichen Asylbewerberprozess aufzunehmen. Denn eigentlich war von Anfang an klar, dass sie nicht bleiben dürfen. Anfang Juni erhielt die Familie dann den Abschiebebescheid. Wer sich danach nicht freiwillig auf den Weg zurück macht, wird eines nachts überraschend von der Polizei abgeholt, zum Flughafen gebracht und ins nächste Flugzeug nach Pristina gesetzt. Ohne Vorwarnung, ohne eine Möglichkeit noch seine Koffer zu packen. Daher hat die Familie entschieden, lieber von sich aus aufzubrechen – auch für den Freistaat Bayern die günstigere Variante. Für die Familie ein schwerer – wenn auch selbst gewählter – Weg. Stirbt die Hoffnung ja bekanntlich zuletzt. Doch bei allem Verständnis für jeden Einzelfall, es kann nur Asyl bekommen, dessen Leben in der Heimat gefährdet ist.

Paten dringend gesucht

Paten dringend gesucht !

Seit sich der Asylhelferkreis zum ersten Mal noch ziemlich unstrukturiert und mehr zum Informieren und Sondieren getroffen hat, ist ein halbes Jahr vergangen. Seitdem haben schon mehrere Treffen stattgefunden. Es hat sich viel getan in diesem halben Jahr und es wird auch noch in Zukunft viel zu tun sein. Die ehrenamtlich tätigen Asylhelfer haben einen Platz im Kreis eingenommen und füllen ihren Zuständigkeitsbereich nach Kräften aus. Sehr hilfreich ist hier der Spendenmarkt, denn so können meist schnell und unkompliziert IMG_1917-2dringend benötigte Sachspenden organisiert werden. Neben dem so wichtigen Deutschunterricht, der derzeit zweimal wöchentlich und zudem unter dem Motto „Rund ums Kochen“ einmal monatlich stattfindet, hat sich herauskristallisiert, dass das Amt des Paten unverzichtbar ist. Im Moment gibt es in Emmering einige Asylbewerber (Familien und Einzelpersonen), die dringend noch einen Paten brauchen.

Viele werden sich fragen, was es mit so einer Patenschaft eigentlich auf sich hat.

Paten besuchen möglichst regelmäßig oder auch je nach Bedarf Asylbewerber (Familien oder Einzelpersonen), um ihnen amtliche Schreiben und/oder Vorgänge zu erklären, um Arzttermine zu vereinbaren, sie evtl. zum Arzt zu begleiten, um sie bei Behörden-gängen zu begleiten, um mit ihnen zum Einkaufen zu gehen, um ihnen das Verhalten im Straßenverkehr zu erklären, um ihnen die Grundprinzipien der Mülltrennung in unserem Landkreis zu erklären, oder einfach, um sich mit ihnen zu unterhalten, kurz und gut, um Hilfestellung im Alltag zu geben. Hier sind den Paten keine Grenzen gesetzt, das meiste ergibt sich sowieso aus der jeweiligen Situation der betreuten Personen.

Wichtig ist, dass die Paten den Flüchtlingen Hilfe zur Selbsthilfe geben, d. h. Hilfestellung soll da gegeben werden, wo sie nötig ist und immer darauf zielen, dass die Flüchtlinge ihre Angelegenheiten selbstständig regeln. Und: Die Dauer einer Patenschaft orientiert sich am Bedarf im Einzelfall. Es handelt sich hier um eine ehrenamtliche und absolut freiwillige Tätigkeit. Der Pate bestimmt selbst, wie viel Zeit er für „seine“ Patenfamilie aufbringen kann. Dies hängt natürlich auch mit den Bedürfnissen der jeweiligen Patenfamilie zusammen.

Beim Herstellen des Erstkontaktes wird der Pate in jedem Fall von Frau Jesse oder einem bereits erfahrenen Paten begleitet. Hier möchten wir noch betonen, dass erst dann endgültig vom Paten entschieden wird, ob er sich eine Patenschaft für die entsprechende Person/Familie tatsächlich vorstellen kann.

Wenn Sie sich aufgrund dieser Ausführungen vorstellen können, eine Patenschaft zu übernehmen, melden Sie sich bitte unter dem Online Kontaktformular bei uns. Gerne können Sie auch Frau Jesse unter Tel. 5292158 anrufen und in einem Telefonat evtl. noch offene Fragen mit ihr direkt klären.

06.05.2015

Artikel: Ende der Hoffnungen

Voller Hoffnung war die sechsköpfige Familie nach Emmering gekommen. Obwohl sie wussten, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie bleiben dürfen, gegen Null strebt.
Die Heimat von Flamur (Name geändert), seiner Frau und den vier Kindern ist der Kosovo. Und der gilt nach deutschem Asylrecht als „sicheres Herkunftsland“. Der Familienvater hat trotzdem gehofft. Er hat trotzdem den schwierigen Weg nach Deutschland auf sich genommen, um seinen Kindern eine bessere Zukunft zu bieten, als er es in ihrer Heimat könnte.  Denn dort, im Kosovo, herrscht auch 15 Jahre nach dem Krieg Perspektivlosigkeit: Die Arbeitslosenquote beträgt 45 Prozent, bei Jugendlichen sogar 70 Prozent. Industrie fehlt, das Land ist nach wie vor von Hilfsgeldern abhängig. Und Flamur will arbeiten. Auch hier in Emmering hätte er gerne gearbeitet, egal was. Hauptsache die Familie ernähren. Aber das lässt das Asylrecht nicht zu.
Nun, nach drei Monaten Hoffen und Bangen, als die Kinder gerade anfangen Fuß zu fassen in Emmering, langsam die Sprache lernen, sich anfangen Zuhause zu fühlen, müssen sie wieder zurück. Vielleicht wäre es besser gewesen, sie direkt wieder auf die Heimreise zu schicken, bevor sie das Leben hier richtig kennengelernt haben, anstatt sie in den üblichen Asylbewerberprozess aufzunehmen. Denn eigentlich war von Anfang an klar, dass sie nicht bleiben dürfen. Anfang Juni erhielt die Familie dann den Abschiebebescheid. Wer sich danach nicht freiwillig auf den Weg zurück macht, wird eines nachts überraschend von der Polizei abgeholt, zum Flughafen gebracht und ins nächste Flugzeug nach Pristina gesetzt. Ohne Vorwarnung, ohne eine Möglichkeit noch seine Koffer zu packen. Daher hat die Familie entschieden, lieber von sich aus aufzubrechen – auch für den Freistaat Bayern die günstigere Variante. Für die Familie ein schwerer – wenn auch selbst gewählter – Weg. Stirbt die Hoffnung ja bekanntlich zuletzt. Doch bei allem Verständnis für jeden Einzelfall, es kann nur Asyl bekommen, dessen Leben in der Heimat gefährdet ist. 

Seminar: Recht im Ehrenamt

Recht im Freiwilligen Engagement

Wie sind Freiwillige versichert? Wann sichert die Bayerische Ehrenamtsversicherung ab?
Wie ist es mit Zahlungen an Freiwillige

Termin:
Mittwoch, 22. Juli 2015, 14.30 bis 17.00 Uhr
Ort:
Caritas Zentrum Innenstadt, Landwehrstraße 26, 80336 München

Wenn jemand Interesse hat hinzugehen, bitte direkt anmelden und uns zusätzlich informieren.

Hier klicken für den Flyer : RechtimEhrenamt_flyer

Asylhelfer Kreis im Emmering gegründet

Am 1. Dezember trafen sich interessierte Ehrenamtliche zur Gründung eines „Helferkreises Asyl in Emmering“ im Sitzungssaal des Emmeringer Rathauses. Unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Dr. Michael Schanderl wurde nach einer Einführung durch Willy Dräxler ein Kreis von interessierten Helfern gegeründet. Koordination dieses Kreises übernahm Johanna Jesse, die über die Kontaktseiten dieser Webseite erreicht werden kann.